Stellungnahme des Park Platz zur Petition der IG Letten

Bis jetzt hatten wir das Thema Lärm im Quartier stets auf eine – unseres Erachtens – produktive und positive Art und Weise mit unseren Nachbar*innen behandelt. In mehreren Sitzungen auf dem Park Platz durften wir unsere Sichtweise darstellen und fanden es spannend zu hören, was unsere Nachbarn von dem Projekt halten. Den gegenseitigen Umgang empfanden wir stets als respektvoll und die Diskussionen waren meist zielführend.

Deshalb waren wir umso erstaunter, als wir erfuhren, dass die IG Letten mittels einer Petition beim Stadtrat eine härtere Praxis für bewilligungspflichtige Veranstaltungen forderte. Viel schlimmer als das finden wir jedoch, dass der Stadtrat ohne uns oder andere davon betroffene Betriebe anzuhören, auf die Petition eingetreten ist und eine Verschärfung der Bewilligungspraxis beschloss. Diese erschwert es uns zusätzlich, ein paar Mal im Jahr grössere Veranstaltungen durchzuführen. Letztere sind für die Finanzierung des Park Platz essentiell.
Die Petition hatte zur Folge, dass unsere bis jetzt durchaus einvernehmliche Zusammenarbeit mit der Fachstelle Lärmbekämpfung in dieser Form nicht weitergeführt werden kann. Stattdessen bestimmt neu der Stadtrat ein Kontingent für Bewilligungen. Es ist überraschend und unverständlich, dass eine Petition, die gerade mal von 185 Personen unterschrieben worden ist, tatsächlich bei der Stadt verhandelt wird. Unklar bleibt auch, ob diese Unterschriften überhaupt aus der Nachbarschaft stammen oder ob jegliche Stadtbewohner*innen unterschreiben konnten.

Mangelnde Transparenz
Wir werten diese Unterschriftenzahl als ein Zeichen dafür, dass die Petition im Quartier nicht sonderlich breit abgestützt ist. Im Gegenteil: Wir haben sehr positive und unterstützende Rückmeldungen über die bisherige Zusammenarbeit von etlichen unserer Nachbar*innen erhalten. Dafür möchten wir uns recht herzlich bedanken und freuen uns auch in Zukunft über einen regen und auch kritischen Austausch mit dem Quartier und über jede Form der Unterstützung!
Zusätzlich wurde aus für uns unerfindlichen Gründen beschlossen, dass die Antwort auf die Petition inklusive dem für uns bindenden Inhalten des Sicherheitsdepartements der Stadt unter Leitung der Grünen-Politikerin Karin Rykart nicht öffentlich gemacht wird. Wir kennen also nicht einmal den Wortlaut der für uns relevanten Entscheidungen, sondern erhalten diese lediglich vorgesetzt.
Diese Entwicklung verhindert nicht nur den Dialog zwischen der Fachstelle Lärmbekämpfung und dem Park Platz, sondern auch den Dialog im Quartier – also unter uns Nachbar*innen. Wir bedauern dies ausserordentlich.
Mit der neuen Verordnung stehen dem gesamten Gebiet Oberer Letten, also rechts der Limmat, im Jahr nur noch vier Bewilligungen für das Betreiben einer Lautsprecheranlage im Freien zu Verfügung. Konkret bedeutet dies, dass auch die Gesuche von externen Veranstalter*innen ohne Bezug zu den Betrieben des Oberen Letten in diese Kategorie fallen. Im schlechtesten Fall mündet dies in einem Wettrennen mit externen Veranstalter*innen, welches diejenigen gewinnen, die zuerst eine Bewilligung einreichen. Die Art unserer Arbeitsweise erfordert aber eine gewisse Flexibilität und Spontaneität beim Einreichen von Bewilligungen, da unsere Veranstaltungen oft auf Initiative des Quartiers und der Besucher*innen des Park Platz’ geplant werden.

Als besonders kritisch sehen wir die nominelle Zusammenlegung der drei Betriebe am Oberen Letten, da sich diese in ihrem Charakter stark unterscheiden und in mehreren hundert Metern Distanz zueinander stehen. Die Zusammenlegung der Bewilligungen erschwert die Planung der lediglich vier Veranstaltungen mit einer Lautsprecheranlage im Freien zusätzlich – das hat sich bei der Planung für dieses Jahr bereits als schwierig erwiesen, weil wir aufgrund des unkommerziellen Charakters unserer Veranstaltungen ungleich mehr Flexibilität gegenüber Künstler*innen und Projekten brauchen, als dies bei anderen Veranstaltungsformaten der Fall ist.

Ein Platz – auch für unsere Nachbarn

Trotz dieser Distanz findet zwischen den Betrieben des Oberen Letten jeweils ein Austausch statt, wer wann eine Veranstaltung abhält, damit die Lärmbelastung für die Nachbarschaft so erträglich wie möglich gestaltet werden kann. Der nicht-kommerzielle Charakter des Park Platz resultiert aber auch darin, dass unsere Ausstattung bei weitem nicht mit derjenigen von anderen Betrieben zu vergleichen ist und unsere Anlässe oft keine durchgehenden Musikveranstaltungen sind, aber durch die geänderte Bewilligungspraxis mit solchen gleichgesetzt werden. Auch deshalb fragen wir uns, warum ein solcher Schnellschuss ohne vorgängige Analyse und vor allem ohne irgendeine Art des Gesprächs vonseiten der Stadt erfolgt ist? Wir finden, dass wir uns auf diese Art und Weise von einer zwischenmenschlichen Beziehung weg- in Richtung eines bürokratischen Umgangs bewegen. Diese Entwicklung begrüssen wir überhaupt nicht und sie liesse sich unserer Meinung nach auch vermeiden.


Auch deshalb möchten wir an dieser Stelle betonen, dass der Park Platz ein verhältnismässig junges Projekt ist, welches sich stetig weiterentwickelt. Unser Team besteht sowohl aus Vereinsmitgliedern, die auf freiwilliger Basis das Programm zusammenstellen und den Inhalt auf den Platz bringen, wie auch aus den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Kaffees. Zusammen haben wir es uns zum Ziel gemacht, einen Ort in dieser Stadt zu schaffen, wo es für alle einen Platz gibt – auch für unsere Nachbarn. Wir versuchen Professionalität und Lockerheit zu vereinen und haben in den letzten Jahren viel Zeit in klare Strukturen und Nachbarschaftspflege investiert und sind der Überzeugung, dass wir diesen Betrieb mit der nötigen Sensibilität führen. Durch Lärmmessungen im Quartier überprüfen wir, dass die vereinbarte Lärmgrenze bei Veranstaltungen nicht überschritten wird und wir haben mit Expert*innen über Massnahmen zur weiteren Lärmreduktion diskutiert und werden auch in Zukunft nach weiteren, für uns finanzierbaren Möglichkeiten in dieser Hinsicht suchen.
Mit dieser Stellungnahme erhoffen wir uns, die guten nachbarschaftlichen Beziehungen beizubehalten und appellieren an gemeinsame statt einseitige Lösungsansätze. Denn der Park Platz ist ein Ort, der vor allem mit Ideen und Initiativen der Bewohner*innen aus den umliegenden Quartieren bespielt wird und der das Quartier aktiv mitgestaltet. Wir wünschen uns, dass er in dieser Rolle auch ernst genommen und unterstützt wird.

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Mit Glühwein und Raclette gegen Repression und Überwachung

In diesem Herbst haben wir uns auf dem Park Platz mit dem Thema Repression und Polizeigewalt beschäftigt. Dabei sprachen wir sowohl über den Massenprozess in Basel im Oktober, bei dem 18 Menschen vorgeworfen wurde an einer  nicht bewilligten Demonstration unter dem Titel «Rassismus, Repression, Vertreibung und Gentrifizierung» teilgenommen zu haben, als auch um den generellen Anstieg von Polizeigewalt und Repression in Europa. Im besagten Prozess forderte die  Staatsanwaltschaft absurde Kollektivstrafen für diese sechs Frauen und zwölf Männer, rein nach dem Prinzip: «mitgegangen, mitgehangen». Doch die Forderung, diese Personen kollektiv zu bestrafen, bedrohen die Versammlungsfreiheit und somit den Rechtsstaat. Als Zeichen unserer Solidarität mit den Angeklagten haben wir uns dazu entschieden, am 18. November in Kollaboration mit den Demokratischen JuristInnen Zürich (DJZ) auf dem Park Platz den Film Hamburger Gitter G20 zu zeigen. Der Film beleuchtet die heftige Reaktion der deutschen Polizei auf die Proteste in Hamburg im Jahr 2017. Ähnlich wie im Fall von Basel wurden die DemonstrantInnen am G20 in der deutschen sowie der Schweizer Presse sehr einseitig als krimineller schwarzer Mob dargestellt. Die sozialen Forderungen der DemonstrantInnen wurden in der Berichterstattung jedoch fast gänzlich ignoriert. Mit diesem Film wollen die MacherInnen darauf hinweisen, dass während die Gewalt der Polizei oft ohne juristische Folgen bleibt, DemonstrantInnen häufig mit hohen Strafen belegt werden. In Deutschland wird der Film derzeit in den Kinos gezeigt, mit dem Ziel, den öffentlichen Diskurs anzuregen. Da sich in der Schweiz bisher nur wenige Orte bereit erklärt haben den Film zu zeigen, war es uns ein Anliegen, diesem Thema Raum zu bieten.
Mit circa 100 Gästen war die Vorstellung äusserst gut besucht, was das grosse Interesse an der Thematik bezeugt. Im Vorfeld bot Merièm Strupler von der Wochenzeitung WOZ eine Einleitung. Im Anschluss wurde im Plenum darüber diskutiert, wie sich die Zivilgesellschaft vor polizeilichen Übergriffen schützen kann. Statt Einzelfälle von Polizeigewalt vor Gericht zu ziehen, sollten Perspektiven entwickelt werden, wie man als Gesellschaft dem übermächtigen Staatsapparat entgegentreten kann, so das Argument einiger TeilnehmerInnen.
Am 16. Dezember geht die Kinoreihe in ihre nächste Runde. Gezeigt wird Im Inneren Kreis von den RegisseurInnen Hannes Obens und Claudia Morar. Der Film handelt von der verdeckten Ermittlerin «Iris Schneider», die jahrelang die linke Szene und die «Rote Flora» in Hamburg ausspionierte. Hinsichtlich der Abstimmung vom 25. November und der Annahme der Änderung des Sozialversicherungsrechts in der Schweiz ist der Film brandaktuell. Fragen wie: Welche Folgen hat Überwachung für das Individuum und für die gesamte Gesellschaft, sowie Wie frei können überwachte Menschen sein?, gehen uns alle etwas an. Diese werden im Anschluss bei Glühwein und Raclette diskutiert.

Nicht nur inhaltlich, sondern auch personell hat sich einiges getan in diesem sommerlichen Herbst auf dem Park Platz: Mit Freude geben wir bekannt, dass sich unser Kernteam um drei Mitglieder erweitert hat. Herzlich heissen wir Merlin, Melinda und Doro willkommen. Erweitert hat sich der Parki nicht bloss auf personeller Ebene, sondern auch räumlich. Direkt neben dem alten Bahnhof Letten steht seit September «der Würfel». Dabei handelt es sich um einen eckigen Raum für Rundes, Ungeformtes, Pragmatisches, Künstlerisches, Experimentelles, Gemeinsames oder Zufälliges. In dem Container, der ganz hinten auf der Aktionsfläche seinen Platz gefunden hat, sind Versuche, Formate und Dinge aller Art herzlich willkommen. Es ist ein Ort, an dem Themen im Kollektiv erarbeitet und behandelt werden und der allen offen steht. Bis anhin wurden darin Kleider getauscht, Lampen gebaut, Glieder gestreckt und Körper sowie Geist gestärkt mit Yogalehrerin Sara – eine willkommene Abwechslung an diesen monotonen Herbsttagen.
In Zeiten von unkontrolliertem Konsum und Wegwerfgesellschaft befürworten wir auf dem Park Platz die Wiederverwertung von Gütern jeglicher Art. Im Gratisladen «Free Corner» kann man nicht bloss ein altes Kleidungsstück mit nach Hause nehmen, sondern erhält gleichzeitig auch die Geschichte zu diesem Objekt mit auf den Weg. Schliesslich sind es oft die Geschichten und Erlebnisse, die uns Gegenstände ans Herz wachsen lassen und somit einen Wert für das Stück generieren.

Wir freuen uns auf weitere spannende politische und kulturelle Veranstaltungen auf dem Park Platz sowie im Würfel. Doch damit diese auch weiterhin zahlreich stattfinden, brauchen wir Euch! Kommt vorbei und bringt Eure Ideen ein. Der Park Platz ist ein Ort für alle und soll es auch bleiben.

 

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Meh Fuessball – Weniger FIFA

Die Polemiken rund um Fussball, Kommerz und salonfähigen Nationalismus werden im Vorfeld jeder internationalen Fussballmeisterschaft wieder intensiver geführt. Es sind sich fast alle einig, dass die Spiele eine Plattform für Wirtschaft und Politik sind um sich in gutem Licht zu präsentieren oder Umsätze in astronomischen Höhen zu erzielen. Sobald die Spiele aber beginnen, werden die Diskussionen beiseite geschoben und alle Blicke richten sich nur noch auf Leinwände und Fernseher. So wird es auch dieses Jahr wieder sein – in praktisch allen Restaurants, Bars und Plätzen der Stadt, inklusive dem Park Platz. Trotzdem wollen wir uns aktiv gegen Nationalstolz und Patriotismus stellen und finden es wichtig, die WM kritisch zu beleuchten. Das Übertragen der Spiele und die gleichzeitige Kritik an der WM sowie der FIFA und ihren Machenschaften stehen in einem direkten Widerspruch zueinander - einem, den wir nicht auflösen können und der verschiedene Ursprünge hat. Auf der einen Seite ist der Park Platz ein heterogenes Gebilde mit verschiedenen Menschen und Meinungen zu diesem Thema, so dass WM und Gegenveranstaltung in wenigen Metern Entfernung stattfinden werden. Auf der anderen Seite macht Kritik vor allem da Sinn, wo sie auch Empfänger hat. Wir möchten besonders diejenigen erreichen, die alle Jahre wieder ihren Nationalstolz hervorholen und darüber hinwegsehen, was hinter der Maschinerie des modernen Fussballs steckt. Das subtile Vermitteln von nationaler Einheit wollen wir dekonstruieren und auch jenen Raum bieten, die keinen Bock auf FIFA, Gazprom & Co. haben.

Die Spiele der vergangenen Jahre und die mit ihnen einhergehende Einführung rigider Gesetze zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit und die Vertreibung von armen und marginalisierten Bevölkerungsteilen aus ihren Quartieren bieten genauso viele Gründe dieser Veranstaltung den Rücken zu kehren, wie die bevorstehenden Anlässe in Russland in diesem Jahr oder in Katar 2022. Orchestriert wird die WM alle vier Jahre von der FIFA und ihren Funktionär*innen, die den Fussball vollständig der Kommerzialisierung unterworfen haben, um auch aus den letzten Ecken des Fussball-Geschäftes noch einen Rappen auszugraben. In Zusammenarbeit mit internationalen Konzernen und Politiker*innen flackert eine vermeintlich heile Welt über den Bildschirm – während dem in den Favelas von Rio hunderte Menschen umgesiedelt und dutzende getötet wurden, in Russland Zwangsarbeiter*innen die Stadien bauten oder in Katar unzählige Gastarbeiter*innen während den Arbeiten für die neuen Stadien gestorben sind. Das alles, für ein paar Wochen Spektakel, das als Beruhigungspille wirkt und dabei auch noch die Taschen multinationaler Konzerne, ihren Manager*innen und der in Zürich ansässigen FIFA–Funktionär*innen füllt. Brot und Spiele.

Auf der Aktionsfläche vom Park Platz gibt es während der WM einen kleinen Strassenfussballplatz um Fussball zu spielen anstatt zu konsumieren. Es gibt Infotafeln, ein Töggeliturnier und verschiedene Specials zum Thema Fussball, FIFA und Nationalismus. Dabei soll es sich nicht nur, aber auch um die wichtigste Eigenschaft von Fussball drehen: den Spass. Rund um diesen Platz gibt es verschiedene Möglichkeiten zum kritischen Diskurs – entweder im Gespräch mit anwesenden Besucher*innen oder bei Veranstaltungen zu den Machenschaften der FIFA und ihrer Verbündeten, sowie Inputs zu allgemeinen Problematiken rund um Fussball und Diskriminierung. Es geht uns dabei nicht darum, irgendwelche Widersprüche aufzulösen, oder einen Rahmen für verantwortungsvollen Konsum zu schaffen, sondern existierende Widersprüche innerhalb und ausserhalb vom Park Platz offenzulegen und sie dadurch zum Thema zu machen – auf spielerische und auf ernsthaftere Art. Der moderne Sport ist eingebettet in Konsumwut und politischem Machtstreben. Dies wollen wir auf unterschiedliche Weise beleuchten, aber gleichzeitig auch die Möglichkeit bieten gemeinsam zu spielen, zu reden und zu lachen.

 

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Aus dem Leben eines Park Platz’
In dieser Ausgabe lassen wir die Menschen auf dem Park Platz über den Park Platz sprechen. Ein paar Anekdoten zum Leben am Letten:


"Ich kreuze mit Freunden gegen den Wind auf dem Zürichsee und geniesse meine Segelferien. Da geht mein Handy. Gian vom Park Platz ist dran. Er muss nochmals zum x-ten Male wieder zig angepasste Baupläne für die Lettenbrache einreichen, die ich dringend unterzeichnen muss. Also kommt er angerudert und wir unterschreiben was das Zeug hält. Dass ein simpler Bau-Container für den Park Platz, eine ganz normale Baubewilligung braucht, eine wie z.B. die für ein neues Fussballstadion, können wir beide nicht begreifen. Da gibt’s keine Ausnahme, Zwischennutzung hin oder her. Anderthalb Jahre und gefühlte tausend Unterschriften später sind die Bewilligungen endlich im Kasten und wir beide sind klüger: Das nächste Mal bauen wir auf dem Park Platz lieber gerade ein Fussballstadion. Wir wissen ja jetzt, wie das geht."

„D’Schissi lauft immer ab“, brüllte Urs mit kritischem Blick und Zigarette im Mundwinkel und trieb uns damit beinahe in den Wahnsinn. Wir versuchten an diesem nasskalten Wintertag den Anschluss unserer zukünftigen Toiletten, die bisher erst leuchtfarbige Markierungen auf Beton waren, ans Kanalisationsnetz der Stadt fertigzustellen. Dazu mussten wir mitten durch den Park Platz einen schmalen, rund zehn Meter langen Graben ausheben und darin dann die Abflussrohre aus dickem, schwarzem Hartplastik einbetonieren. Und das nicht irgendwie sondern streng nach Vorschrift mit zehn Grad Gefälle. Die Stadt würde den umbau sonst nicht abnehmen, wir müssten die Rohre professionell verlegen lassen und dafür hatten wir natürlich kein Geld. Also versuchten wir uns im mühseligen Verlegen der Rohre und trotz der Hilfe eines futuristischen Laser-Neigungsmessers verschob sich ständig irgendwas und die zehn Grad Gefälle waren erneut dahin. Mehr als uns lieb war schaute uns Urs bei der Arbeit über die Schulter. Urs, der richtige Bauarbeiter, der auf der anderen Seite des Zauns den Kanalisationsanschluss für die Stadt bereit gemacht hat. Er erinnerte uns fleissig daran, dass wir uns also ziemlich umständlich anstellen würden und, dass die zukünftige Darmproduktion der Parki-Gäste dann ihren Weg auch finden werde, wenn wir nicht exakt zehn Grad Steigung hätten. Aber seine weisen Worte befreiten uns natürlich nicht von den Vorgaben der Stadt, was wir ihm auch mit grosser Geduld zu erklären versuchten, ihn aber nicht im Geringsten beeindruckte. Wir fügten uns den bürokratischen Richtlinien und gaben nicht auf, bis wir schlussendlich die geforderten zehn Grad Steigung einbetonieren konnten.“

„Mir sind de ganzi Sunntig im Kafi gsässe bim Mitbring-Brunch. Es isch es gmüetlichs umesitze gsi, immer wieder vom feine Buffet esse, guete Kafi trinke, spieli spille und lache! Ich han eifach nöd chöne gaah, es isch sone warmi und lustigi Atmosphäre gsi – und so bini gueti acht Stund eifach chli im Parki Kafi gsi. Eimal hämmer „Wer bin ich“ gspillt, und d’Barista isch zwüschetdurre mitem Zetteli ufde Stirn im Kafi umegschwirrt und hätt d‘Lüüt bedient. Natürli hätt‘s so müese cho, dass ei Kundin verwunderet luut de Name ufem Zätteli uf de Stirn vorlisst: „Globi“ - s’ganze Kafi hät luut glachet und es isch eifach köstlich gsi. Für mich wärdet ufem Park Platz ganz Fremdi lüüt zu Vertraute, mit dene mer lache und teile chan, öpis undernäh und öpis bewürke chan.“


„Zu meinen frühen und schönsten Erinnerungen gehört jener sehr verregnete Sommer, in dem der Minicirc auf dem Parkplatz Letten gastierte. Stephan Dietrich und Irmi Fiedler führten «eine Road-Story zum Abhauen und Abheben» frei nach einem Buch von Silvio Blatter auf. Der Zürcher Schriftsteller sass bei der Vorstellung mitten im Publikum. Nach der Vorstellung entwickelte sich eine angeregte Diskussion, während zwischendurch der Regen auf das Zelt prasselte – und die Welt ein klein wenig still stand.“

„Wir schreiben das Jahr 2017, Anfang September. Der Park Platz feiert ein Sommerfest. Nach gefühlten zwei Monaten Hitzewelle sagt die Wetterprognose drei Tage vor dem Termin Übles vorher: Regen. Und noch mehr Regen. Das ganze Wochenende lang. Panisch beginnen alle von uns, herumzutelefonieren und Massnahmen zu ergreifen, um die Bescherung irgendwie noch abzuwenden oder zumindest erträglich zu machen. In der Stadt Zürich herrscht angesichts der Wetterlage ein Kampf um die Festzelte. Durch Glück, Beziehungen und andere Zufälle bringen wir es fertig, praktisch den ganzen Platz mit Zelten zu überdachen, das Areal wird zu einem riesigen Tunnel. Das Fest beginnt, das Programm geht von statten, es kommt die Sintflut – und die Menschen bleiben trotz Zeltlandschaft fern. Fast schon im privaten Rahmen feiern wir also umso feuchtfröhlicher, mampfen die ganzen Empanadas, Grillwaren und Tandoori-Spiesse selber. Wir tanzen so wild bis sich unser Schweiss mit dem Regen vermischt.“

„Auf in den Kampf, Kameraden“, schrie Barba zu ihren Freunden und so rannten die heiligen drei Ratten in Pfeilformation quer über den Park Platz in Richtung dieses grünen Containers. Barba an der Spitze, flankiert von Rauz und Bauz galloppieren sie quiekend zwischen Menschen- und Tischbeinen umher und stibitzen, was unverantwortungsvoll am Boden liegt. Öpfelbütschgis, Teebeutel und ab und zu sogar ein paar Brotbrösmeli. Die jahrelange Übung im urbanen Tortillakrieg macht sich bezahlt. Die raffiniertesten Fallen mögen die Ratten-Gang nicht in ihre Fänge locken und so treiben die drei eine Zeit lang ihren Unfug am Letten. Doch eines Tages, da liess Gambrinus aus dem Turm sein Haar herunter und Barba, Rauz und Bauz konnten dem rosigen Duft des lockigen Haares nicht widerstehen und verschwanden für immer in die Höhen des Turmes. Sie werden nicht vermisst.“   

„Dä Parki isch für mich en Ort voller Lebe! En Ort, wo sich jede mit ere guete Absicht chan beteilige – ob Ukulele Stundä gäh, Velos für Flüchtling sammle oder Kleider tuusche – es isch en Ort wo eim fascht alli Möglichkeite offestönd! Es isch en Ort zum sii, zum sich iihbringe, zum nahdenke und zlerne, en Ort wo mer sich chan d’seel us em Liib tanze aber wo mer au chan verantwortigsbewusst teilnäh ah vielne nachhaltige Events. De Parki isch für mich eifach en Ort, wo mer immer mitme ehrliche Lächle begrüesst wird.“

 

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Fenster II
Fenster
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Sauna
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Danke an alle Kuchenbäcker_innen, die etwas fürs Buffet mitgebracht haben, an L'Ultimo Bacio für das leckere Brot, an Rahel und Anabel für die Druckwerkstatt, an Bio für Jede, Joris und Andre für die gekochten und gegrillten Köstlichkeiten, an El Fanfarón, The Wonkers und The Nozez für das musikalische Spektakel, an alle Helfer_innen rund um das Fest und an alle Besucher_innen, die für die umwerfende Stimmung gesorgt haben!

 

Bar
brunch
pavillon
The Nozez
Nachtplatz
Bio für jede
The Wonkers
el fanfaron
fähnli
lechenicolecomi
Festbank
andi
spray
Platz hoch
Zelt
Regen
visual
Pfütze
Betrieb offen
Rutschi
Platz
Tribüne
Druck
Druckwerkstatt
brunchtisch
Tribüne
Tribünenbau
test
Container
contaner

Kurzes Statusupdate zu den vergangenen Monaten

Im ersten Jahr ist auf und um den Park Platz neben dem alten Bahnhofgebäude viel passiert. Es wurden Stammtische und Quartierveranstaltungen abgehalten, um Ideen zu sammeln und Interessenten zu finden, die den Platz in Zukunft mit Leben füllen. Es wurden Baubewilligungen eingeholt, Leitungen verlegt und erste Projekte realisiert. Ausserdem wurden zwei Vereine gegründet, die den Park Platz gemeinsam bespielen und es wurde auf Hochtouren an verschiedensten Ecken und Enden gearbeitet, damit die Bauarbeiten voranschreiten und baldmöglichst weitere Projekte durchgeführt werden können. Der Mitgliederverein Parkplatz erfreut sich einer stetig wachsenden Mitgliederzahl und ist bereits tatenkräftig unterwegs. 

Organigramm

Dank intensiver, organisatorischer Arbeit und scharfem Nachdenken konnte nach der ersten Park Platz Sitzung diese sinnvolle Vereinsstruktur entwickelt und dargestellt werden werden. In allen Ressorts kann mitgearbeitet werden!

5. Januar erste offene Park Platz Sitzung mit ungefähr 30 Teilnehmern! Danke fürs Kommen!

Bauarbeiten

Bauarbeiten gehen los und erste Leitungen werden verlegt!

September 2015: Baueingabe für das Kaffee und die Toiletten auf dem Platz wurde bei den zuständigen Ämtern eingereicht

ST
Stammtisch 2015
Zelt
Inforunde
Stammtisch Flyer